Einführung von Instrumentenflugverfahren am Verkehrslandeplatz Speyer
Am Verkehrslandeplatz Speyer werden am 19.12.2025 um 13:00 Uhr (Lokalzeit) erstmals Instrumentenflugverfahren (IFR-Verfahren) in Betrieb genommen.
Neben der bereits verlängerten Start- und Landebahn, die Speyer besonders auszeichnet, war das IFR-Verfahren ein zentrales Element der Flugplatzstrategie. Der Einführung der IFR-Flugverfahren ging eine mehrjährige Planungs- und Genehmigungsphase voraus. An diesem umfangreichen Verfahren waren die Landesluftfahrtbehörde Rheinland-Pfalz (LBM), die Deutsche Flugsicherung (DFS), das Bundesministerium für Verkehr (BMV) sowie das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) beteiligt.
Die neuen IFR-Verfahren ermöglichen es Piloten, den Verkehrslandeplatz Speyer auch unter Wetterbedingungen anzufliegen, bei denen ein Anflug nach Sichtflugregeln (VFR) nicht mehr möglich ist. Insbesondere bei ungünstigen Wetterbedingungen ermöglicht IFR einen sicheren Anflug. Dies führt insbesondere während der Wintermonate zu einer besseren Planbarkeit der Luftfahrtunternehmen bzw. der Piloten. Mit den Verfahren kann bis auf 500 Fuß (ca. 155 Meter) über Grund ohne Sichtkontakt gesunken werden. Ab dieser Höhe ist Sichtkontakt erforderlich, um die Landung fortzusetzen. Die Anflüge sind aus nördlicher und aus südlicher Richtung möglich. Die Flugverfahren sind GPS-basiert. Die Piloten erhalten dabei eine laterale und vertikale Führung entlang eines definierten Anflugpfades, was zu einer Entlastung der Cockpitarbeit durch klare, standardisierte Abläufe im Anflug im Vergleich zu reinen Sichtanflügen führt. Die Flugzeuge müssen vorgegebene Flugrouten berücksichtigen, was die bebauten Bereiche entlastet.
Während des Fluges stehen die Piloten in ständigem Kontakt mit der Deutschen Flugsicherung. Beim Anflug auf Speyer wechseln sie auf die Frequenz des AFIS (Aerodrome Flight Information Service), der seit dem 1. Mai 2025 am Verkehrslandeplatz Speyer eingerichtet ist. Der AFIS-Dienst wird von unserem Partner, der Firma TRIAC, bereitgestellt.
Begleitende Infrastrukturmaßnahmen
Zur Unterstützung der IFR-Verfahren wurden am Verkehrslandeplatz Speyer mehrere infrastrukturelle Maßnahmen umgesetzt:
•Errichtung einer vom Deutschen Wetterdienst zertifizierten Wetterstation, die aktuelle und präzise Wetterdaten liefert
• Einführung eines Radarsystems, über das der AFIS-Dienst Verkehrsinformationen an anfliegende Luftfahrzeuge weitergeben kann
•Bereitstellung von automatischen Wettermeldungen und operationellen Informationen per Flugfunk, die den Piloten ab Januar zur Verfügung stehen
Diese Maßnahmen stellen sicher, dass anfliegende Luftfahrzeuge umfassend durch unseren AFIS-Dienst informiert sind und der Flugplatzbetrieb auch bei eingeschränkten Wetterbedingungen sicher und strukturiert abgewickelt werden kann.
Die Einführung der IFR-Verfahren sowie die begleitenden Infrastrukturmaßnahmen tragen zu klaren Abläufen, höherer Informationsverfügbarkeit und einer weiteren Steigerung der Flugsicherheit bei. Die Attraktivität des Verkehrslandeplatzes Speyer wurde damit nochmals erhöht. Mit signifikanten Flugsteigerungen ist nicht zu rechnen. Vielmehr können die bereits vorhandenen Verkehre noch sicherer abgewickelt werden. Im Rahmen des Genehmigungsprozesses wurden alle möglichen Vor- und Nachteile im Flugplatzumfeld geprüft und gewürdigt.